Begutachtung von Behandlungsfehlern: Ergebnisse 2013

6. Mai 2014
Berlin

 

Fehler vermeiden anstatt darüber streiten –
MDK Berlin-Brandenburg präsentiert Ergebnisse der Behandlungsfehlerbegutachtung im Jahr 2013

Der MDK Berlin-Brandenburg führte im Jahr 2013 über 1.600 Begutachtungen zu ärztlichen und pflegerischen Behandlungsfehlervorwürfen durch. In über einem Drittel der Fälle wurde der Verdacht bestätigt, berichtet der Geschäftsführer des MDK, Dr. med. Axel Meeßen, im Rahmen eines heutigen Pressegespräches. Es sei wichtig, aus diesen Fehlern zu lernen.

Bei den 1.638 im Jahr 2013 erstellten Gutachten (in 2012: 1.408) wurde in 631 Fällen (= 38,5%; in 2012: 39,3 %) eine fehlerhafte Behandlung aufgezeigt. In 27,8% der Fälle konnten die Fachgutachter auch einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der bemängelten Behandlung und einem eingetretenen Körperschaden bestätigen.

Die meisten Vorwürfe treten in den operativen Fachgebieten auf, hier insbesondere in Orthopädie und Unfallchirurgie. Es folgen die Fachgebiete Allgemeinchirurgie, Innere Medizin, Frauenheilkunde und Zahnheilkunde.

MDK-Geschäftsführer Meeßen lenkt den Blick jetzt auf Lernpotenziale der Begutachtungserfahrungen: „Wir werten seit 2014 alle bestätigten Behandlungsfehler ergänzend systematisch auf gehäuft auftretende Fehler oder fehleranfällige Prozessabläufe aus. Die damit gewonnenen Erkenntnisse möchten wir der Ärzteschaft in Berlin und Brandenburg zur Verfügung stellen, um diese bei ihrem Bemühen um eine Minimierung von Behandlungsfehlern zu unterstützen.

Unsere tausendfachen Erfahrungen aus der Abklärung vermuteter Behandlungsfehler bedeuten eine Chance, menschliches Leid und finanziellen Schaden zu verhindern. Diese Möglichkeit möchten wir gemeinsam mit der Ärzteschaft nutzen. Fehler vermeiden anstatt darüber zu streiten, ist der Grundgedanke, der uns dabei leitet“, hebt Meeßen abschließend hervor.

Pressemitteilung als PDF